Müde, müder, ich...

Gähn...

Wenn ich auf diversen Seiten lese: "Mein Baby ist schon 6 Monate alt und schläft noch nicht durch!", dann kann ich nur müde lächeln. Mit Betonung auf müde. Das Lächeln ist nämlich nur sehr schwach. Man braucht schließlich 43 Muskeln, um zu lächeln. Furchtbar anstrengend.

Die Nächte, die ich in den letzten sechs Jahren durchgeschlafen habe, können wir an unseren 20 Elternfingern wahrscheinlich abzählen. Schläft unser Kind tatsächlich mal bis 4 Uhr früh durch, stehe ich meistens an der Zimmertür und lausche. Womit ich das Kind dann meistens wecke, weil meine müden Gelenke knacksen, während ich versuche, mich wie ein Mörder anzuschleichen.

Mein Montag begann zum Beispiel um 4 Uhr früh. Ich weiß nicht genau was mich geweckt hat, wahrscheinlich das Vogelgezwitscher. Dabei wusste ich gar nicht, wann mein Sonntag geendet hat. Das Kind begab sich ca. um 21:30 Uhr ins Bett und war in der Nacht zwischen 21:30 Uhr und 4 Uhr nämlich dreimal wach. Da um 4:50 Uhr der Wecker für den Mann läutet, blieb ich gleich wach. Ich genoss einen Klogang ohne Kinderbegleitung und sah mir den Sonnenaufgang an.

Übrigens komme ich gerade von der Bezirkshauptmannschaft. Die hat heute laut Internet nachmittags offen. Darum habe ich alle Unterlagen zusammengepackt und mich auf den Weg gemacht, um bezüglich zwei Formularen à 6 Seiten Erkundigungen einzuholen. Eines der Formulare brauche ich aber nur, weil die PVA erst dann einen Zuschuss zu einem Hilfsmittel gewähren kann, wenn das Bundessozialamt und die Bezirkshauptmannschaft vorher abgelehnt haben. So hat mir das der nette Herr - ja, ich habe tatsächlich einmal Glück gehabt und einen verständnisvollen, netten Herren am Telefon gehabt! - erklärt. Weil die PVA ist Letztförderer. Sie würden uns einen Zuschuss gewähren, doch vorher müssen wir eben zuerst dort fragen. Das wusste ich natürlich nicht. Habe also brav fünf Seiten Formular für die PVA ausgefüllt, wieder alle Rechnungen, den Einkommensnachweis und andere Unterlagen um 20 Cent pro Stück bei der Bank kopiert und eingeschickt. Vorerst nur leider unnötig.

Aber ich schweife ab. Ich war also bei der Bezirkshauptmannschaft und fragte am Empfang, wo die Abteilung Soziales zu finden ist. Ich wurde in den 4. Stock geschickt und nahm den Aufzug. Ihr wisst ja, wegen müde. Dort war die Tür zu, also klopfte ich an. Da niemand öffnete ging ich davon aus, dass gerade jemand beraten wurde. Nach ein paar Minuten vernahm ich aber immer noch keine Stimmen, deshalb klopfte ich nochmals und machte die Tür auf. Dahinter saß ein Herr, der mich mit den Worten "Ich bin eigentlich gar nicht mehr da!" begrüßte. Da sonst aber keiner an den drei anderen Plätzen saß,  wandte ich mich nochmal an ihn und sagte, dass doch aber heute angeblich offen sei? Er meinte, das gelte nur für bestimmte Abteilungen, für seine nicht.

Aber so schnell gab ich nicht auf. Ich stellte trotzdem eine Frage, die die am dringendsten war. Um zu erfahren, dass der Kollege, der sich da hoffentlich auskennt und dafür zuständig ist, sowieso erst am 17.7. wieder da ist. Aber immer nur Vormittag. Schön für ihn.

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