Mein Kind ist irgendwie anders... Teil 1

... und nun?

Ihr habt ein Kind bekommen, es wächst und gedeiht. Doch irgendwann beschleicht euch vielleicht ein leises Gefühl. Ist mit meinem Kind alles in Ordnung?

In den meisten Fällen ist dieses Gefühl unbegründet. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, jedes Kind entwickelt sich verschieden. Das ist völlig normal.

Das Bauchgefühl...

Sollte dieses Gefühl sich aber verstärken und euch nicht loslassen, dann solltet ihr dies zunächst mit einem Arzt eures Vertrauens besprechen, am besten mit einem Arzt, der das Kind schon kennt und bei dem ihr euch ernst genommen fühlt. Dieser wird euch dann gegebenenfalls zu einem Spezialisten weiterleiten. Dort kann dann gezielt abgeklärt werden, ob euer Gefühl stimmt.

Ich plädiere für das Bauchgefühl der Eltern. Die Eltern sind die Experten für ihr Kind, niemand sonst. Manchmal braucht es auch mehrere Anläufe, bis man an der richtigen Stelle für seine Sorgen gelandet ist. Lasst euch nicht entmutigen!

Wie? Diagnostik?

Sollte es sich um eine mögliche Entwicklungsverzögerung handeln, wird euch - meist der Kinderarzt oder Kinderpsychologe - wahrscheinlich zu einer Diagnostik schicken. Viele Eltern fragen dann: Was ist das? Was wird da gemacht? Was muss mein Kind dort können?

Keine Sorge: Die Diagnostik ist keine "Prüfung" für euer Kind. Ihr als Eltern werdet dort befragt, oft mithilfe von Fragebögen, und euer Kind wird beobachtet und auf spielerische Art der ungefähre Entwicklungsstand abgefragt. Es gibt verschiedene "Tests", die dem Diagnostiker helfen sollen, euer Kind und seine Entwicklung einzuschätzen. Was ein Kind in welchem Alter können sollte, ist aber ein weiter Rahmen und nur ein ungefährer Anhaltspunkt.

Die Diagnostik erstreckt sich meist über zwei bis drei Termine. Bitte achtet darauf, nicht vor eurem Kind über das Kind zu reden. Es kann euch hören und verstehen! Nehmt euch am besten noch eine zweite Bezugsperson mit, die auf euer Kind aufpassen kann, während der Psychologe bzw. Diagnostiker mit euch spricht. Denkt daran, die Zuweisung vom Facharzt, den Mutter-Kind-Pass und eventuelle Befunde mitzubringen.

Viele Eltern scheuen sich davor, zur Diagnostik zu gehen - aus Angst dem Kind einen "Stempel" zu verpassen. Doch nur mit einer Diagnostik bekommt das Kind die eventuellen Hilfen, die ihm zustehen.

Solltet ihr das Gefühl haben, die Diagnostik ist eurem Kind nicht gerecht geworden, dann holt euch unbedingt eine zweite Meinung. Ich wiederhole mich: Ihr seid die Eltern und damit die Experten für euer Kind!

Im nächsten Teil wird es dann um die Frage gehen, was kommt nach der Diagnostik?

Habt ihr spezielle Fragen? Stellt sie gerne in den Kommentaren!

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