Magisches Aufräumen - wie die Reise weiter ging

"Collect moments, not things"

 

Vor ca. einem dreiviertel Jahr hab ich die Ärmel hochgekrempelt und mit der KonMari Methode zu entrümpeln begonnen. Ich habe es aus Platz- und vor allem aus Zeitgründen nicht alles in wenigen Tagen gemacht. Sondern so, wie es sich für mich stimmig anfühlte.

Das Buch hat einen Prozess in Gang gesetzt. Ich habe viel über Besitz, Materielles und das Leben nachgedacht. Ich habe versucht bewusst wahrzunehmen, womit wir uns umgeben und was mir diese Dinge wert sind.

Angefangen mit Kleidung - was sich anbietet, da hier meist wenig emotionaler Wert dran hängt - ging es Raum für Raum, Kasten für Kasten, Schublade für Schublade durchs Haus. Und obwohl ich jetzt seit Monaten daran arbeite, bin ich noch lange nicht fertig. Das soll aber jetzt keineswegs entmutigend klingen, sondern ich finde immer noch so viele Dinge, die ich beim ersten Durchgang noch behalten wollte, woran ich aber mittlerweile nicht mehr hänge.

Ergänzend dazu habe ich noch zwei weitere Bücher gelesen:

Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags - Karen Kingston

und

Die magische Küchenspüle - Marla Cilley

Obwohl es in allen drei Büchern (inkl. Magic Cleaning von Marie Kondo) eigentlich um ein und dasselbe Thema geht, haben doch alle drei völlig unterschiedliche Ansätze.

Eine für mich wunderbare Ergänzung zu KonMari war das Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags. Es weist noch detaillierter auf bestehende Abstellflächen hin, an denen man vielleicht schon jahrelang betriebsblind vorbei geht, weil dort einfach immer schon die Vase X und die Deko Y steht. Außerdem wird auch auf digitales Entrümpeln (wieviele Mail-Newsletter löscht ihr denn ungelesen?) hingewiesen und auf viele andere Themen, die zu einem Leben in Harmonie dazugehören. Mit dem beschriebenen Bagua (ein Raster, das man über das Haus, einzelne Räume oder das ganze Grundstück legen kann) konnte ich eher wenig anfangen. So richtige "Müllhalden" habe ich dank Magic Cleaning zum Glück nicht mehr. Was vom Buch allerdings sonst noch aus dem Feng Shui kommt, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Das Buch hat für mich einen leicht esoterischen Touch, was mich aber beim Lesen nicht gestört hat.

Zuletzt las ich Die magische Küchenspüle. Ich musste bei dem Titel schmunzeln, aber da ich immer wieder davon gehört habe, war ich dann doch neugierig. Es war ganz anders aufgebaut als die anderen Bücher. Hier geht es um kleine Schritte, die sich dann im Gesamten auswirken. Wer es eilig hat, ist bei diesem Buch eher falsch. Dafür ist es - wenn man sich alle Tipps und Pläne zu Herzen nimmt - bestimmt nachhaltig. Feministinnen rate ich von diesem Buch eher ab, denn hier werden bis auf wenige Ausnahmen nur die (Haus-)Frauen angesprochen. Das stieß mir anfangs etwas auf. Doch bei einem muss ich der Autorin recht geben: Es hilft nichts, wenn wir ständig nörgeln, denn davon wird das Haus auch nicht sauber. Also lieber mit gutem Beispiel voran, für das eigene Seelenheil und weil wir es für uns selbst gerne schön haben möchten. Einige Dinge aus dem Buch habe ich mir tatsächlich angewöhnt. Ihr werdet bei mir tatsächlich jeden Morgen eine saubere Küchenspüle vorfinden. Das Wort Gott kommt des Öfteren vor, wird aber zum Glück erst beim Epilog für meinen Geschmack zu sehr hervorgehoben.

Ich kann schwer beurteilen, wie es gewesen wäre, wenn ich die Bücher in einer anderen Reihenfolge gelesen hätte. Aber Die magische Küchenspüle alleine hätte mich ziemlich sicher nicht genug motiviert, mich von meinem Krempel zu trennen. Dafür ist hier der Ansatz für das sauber halten sehr ausführlich.

Es sind oft die kleinen Dinge und Tipps, die viel Effekt haben, wie zum Beispiel

- die frischen Müllbeutel unten im Mülleimer aufbewahren, so sind sie immer griffbereit

- nach dem Baden die Badewanne gleich mit einem Waschlappen und ein wenig Shampoo auswischen

- bei jedem Handtuchwechsel damit das Waschbecken wischen

- sich Morgen- und Abendroutinen angewöhnen und schriftlich täglich abhaken

- jedem Gegenstand einen fixen Platz zuweisen

und vor allem

- laufend entrümpeln! beresmile

Fazit

Jeder kann sich aus jedem Buch das mitnehmen, was er braucht. Ich habe für mich nicht DIE einzig wahre Wahrheit irgendwo gefunden. Dazu bin ich wahrscheinlich zu sehr Individualist. Ich werde weiterhin morgens im Haus keine Schuhe tragen und nicht alles, was ich nicht mehr brauche, sofort in den Müll schmeißen, sondern mir die Zeit nehmen zu überlegen, was ich damit sinnvoller anfangen könnte.

Ein Buch ergänzt für mich das andere, denn entrümpelt und aufgeräumt heißt ja noch lange nicht sauber. Die Sache mit den Routinen von Fly Lady (Die magische Küchenspüle) finde ich einen Versuch wert. Beim Zusammenschreiben fiel mir auf, dass viele Arbeiten sowieso schon unbewusste Routine sind. Doch durch das Visualisieren bekommen sie Gewicht, man sieht mal was man jeden Tag leistet, ohne dass es einem bewusst ist. Auch viele kleine Handgriffe und Tätigkeiten sind ein großes Ganzes und wie wir alle wissen sind es oft die Kleinigkeiten, die große Wirkung haben, wenn sie geschehen und ebenso wenn sie nicht geschehen.

Für mich ist es jedenfalls sehr befreiend, keine Zeit mehr mit Suchen zu verschwenden. Dinge haben nun großteils ihren Platz und ich verbringe viel weniger Zeit damit, aufzuräumen.

Zum Jahresende werde ich mir den zweiten Teil von Magic Cleaning zu Gemüte führen, als vorläufigen Abschluss dieses Kapitels, das ich jetzt schon recht gut verinnerlicht habe. Wenn es dazu dann noch etwas zu sagen gibt, dann werdet ihr es bestimmt erfahren.

Bis dahin habe ich da noch die Speise besser zu organisieren, den Weihnachtsschmuck zu reduzieren und ein etwas größeres Projekt im Keller...

 

Habt ihr schon Bücher zu diesem Thema gelesen? Wenn ja, was konntet ihr euch daraus mitnehmen?

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