"Ihre Bestellung bitte?" #fragmama

Am Wochenende habe ich darüber nachgedacht, warum wir eigentlich nicht öfters in Restaurants essen. Ja, warum eigentlich?

Als unser Mädchen noch sehr klein war, waren wir selten essen. Sie saß nicht gern im Maxi Cosi und sie die ganze Zeit herumzutragen und dabei zu essen war nicht unbedingt praktisch. Als sie dann sitzen konnte, gingen wir gerne chinesisch essen, denn beim örtlichen China-Restaurant gab es oft Buffet und so mussten wir nicht auf bestelltes Essen warten, sondern konnten gleich losessen.

Aber auch in anderen Restaurants war es großteils unproblematisch. Am angenehmsten war es, wenn wir noch jemanden mit hatten, der sie auch ein wenig bespaßte oder herumtrug, so konnten auch wir Eltern mal gemeinsam und vor allem gleichzeitig essen. Sie saß gerne und geduldig in Hochstühlen, solange nicht zu viel Trubel rund um sie war.

Einmal waren wir in einem Lokal, da wurde uns auf Nachfrage ein Hochstuhl gebracht. Dieser war total kaputt, das Tischchen vorne hing nur mehr an einer Schraube und der Hochstuhl klebte vor Schmutz. Bevor wir unsere Tochter reinsetzen konnten, musste ich ihn zuerst mit Feuchttüchern von eingetrockneten Essensresten befreien. Solche unschönen Erfahrungen gab es zum Glück selten.

Doch dann...

Irgendwann aber, als sie schon gut zu Fuß war, wurde es mühsam. Sie wollte nicht mehr so lange sitzen bleiben, sondern lieber alles erkunden. Am liebsten hätte sie jeden Tisch und jeden Teller inspiziert, gleichzeitig hatte sie aber riesen Respekt vor Fremden. Außerdem waren die Restaurants oft nicht "kindersicher" - steile Treppen zu den WC's, für Kleinkinder unsichtbare Glaswände oder einfach in Regalen aufgestapelte Weingläser waren der Grund dafür, dass wir abwechselnd gehetzt hinter unserem Kind hereilen mussten. Mitgebrachte Spielsachen waren zwar kurz eine gute Ablenkung (notfalls auch der gesamte Inhalt meiner Handtasche), doch irgendwann war die Sitzerei einfach zu langweilig, wenn es doch so viel zu entdecken gab.

Unsere Restaurantbesuche liefen dann bald so ab: Einer von uns rief im Restaurant an und bestellte etwas, was wir meist gemeinsam abholten. Gegessen wurde dann zuhause. Dort waren Küchenrolle, frisches Ersatzbesteck, Ketchup, der Lieblingstrinkbecher und anderes greifbar, was für uns einfach stressfreier und praktischer war.

Wie macht ihr das eigentlich?

Ich habe mich mal bei anderen Müttern umgehört, wie es bei ihnen so mit Lokalbesuchen aussieht:

Daniela von die kleine botin schreibt: "Wir gehen schon essen, aber eher selten. Das liegt aber weniger an den Kindern, als daran, dass wir auch früher nicht so häufig essen waren. Wir haben viele Lokale und Restaurants, die wir schon kennen, da ist es oft einfacher, wenn man weiß, ob sie kinderfreundlich sind. Ich habe immer eine kleine Mappe mit Stiften mit, malen geht immer als Zeitvertreib, bis das das Essen kommt, bzw. suche ich mir auch oft gezielt Lokale aus, die zumindest eine kleine Spielecke oder einen Garten haben. Ich habe inzwischen auch eine eigene Kategorie am Blog mit kinderfreundlichen Lokalen und Cafés, die wir gern mögen und auch öfter besuchen."

Christina von tragend begleitet meint: "Wir gehen mit Kind oft essen, haben aber auch v.a. die Zeit zwischen ca. 6 Monate bis 1.5 Jahre als sehr mühsam erlebt. Jetzt wird's wieder etwas besser hab ich das Gefühl. Wir wählen auch jetzt mehr nach dem Beschäftigungsangebot aus - also wo auch räumlich ein gut überschaubarer "Auslauf" (Wiese, Spielplatz usw) ist, wo das Personal aufs Kind eingeht usw."

Daniela von welovefamily sagt: "Wir gehen jetzt wieder öfter essen seit sie älter sind. Aber auch nur in Locations, wo wir wissen, dass wir willkommen sind."

Jeannine von Mini and me schreibt: "Wir gehen sehr gern und auch oft essen. Als sie nur am Herumkrabbeln war, gab es eine kurze Zeit, wo wir etwas weniger in Restaurants anzutreffen waren, aber mittlerweile (sie ist vor kurzem 2 geworden) sind wir wieder mindestens einmal pro Woche auswärts essen und es funktioniert super. Sobald sie ihr eigenes Geschirr hat und selbst essen darf, ist sie beschäftigt und hat Spaß. Wir haben uns aufgrund unserer Tochter eigentlich noch nie irgendwo unwillkommen gefühlt - zum Glück! beresmile "

Manu vom namensähnlichen Blog Junika meint: "Wir sind immer gerne essen gegangen, ohne Kinder und mit. Ok, ich gebe zu ohne war es schon entspannter berewink Wir gehen zumeist in Restaurants, die wir kennen, haben aber auch schon Frühstück oder Mittagessen mit Baby/Kleinkindern in der Meierei im Stadtpark genossen oder sind in unserem Stamm-Restaurant "Entler" im 4. anzutreffen. Geändert haben sich die Zeiten. Sowohl die zu denen wir essen gehen als auch die Dauer des Essens. Abendessen gehen wir mit Kleinkindern um 17:30 und nicht wie früher um 19 oder 20:00 Uhr. Und wir sitzen dann auch nicht mehrere Stunden und plaudern oder trinken eine Flasche Wein, sondern wir genießen unser Essen und gehen dann wieder. Juni (heute 3) hat teilweise unfassbaren Saustall angestellt, aber da wir den Großteil immer selbst beseitigt haben, gab es da nie Diskussionen. Vor kurzem haben wir ein neues Restaurant für uns entdeckt und waren überrascht wie freundlich es zugehen kann! Habe auch darüber geschrieben. Ich kann berichten, dass wir noch nie irgendwo Probleme hatten und auch mit Kind & Kegel stets freundlich behandelt wurden!"

Karin vom Blogazin Jubeltage schreibt: "Wir gehen sehr gerne essen (meine sind 3+7 Jahre alt) - allerdings nur in Restaurants wo Herumlaufen + Krümeln kein Problem ist. Running Sushi ist von Anfang an der Renner - Vorteil für uns Eltern ist auch, dass das Essen nicht kalt werden kann berewink "

Petra von grossekleinewunder meint: "Essen gehen mit Kleinkind und Baby muss ich ehrlich gestehen vermeiden wir derzeit! Zwei Wirbelwinde am Tisch - also viel sind wir dann nicht mehr am Tisch! Aber ich bin sicher es wird bald wieder so sein dass wir - zumindest einer von uns - sein Essen in Ruhe aufessen kann und zwar noch warm berewink "

Verena (youngmomblogging) hat hier ein paar schöne Beschäftigungsideen zusammengefasst.

Stephanie (3fach Jungsmami) erzählt hier, warum sie nicht mehr so gerne mit Kindern essen geht. Einiges davon kommt euch sicher bekannt vor.

Birgit von Muttis Nähkästchen meint: "Wir gehen auch viel mit unseren Kids essen. Und mir wäre noch nie untergekommen, dass wir irgendwo unerwünscht gewesen wären. Aber vielleicht liegt das daran, dass wir eher ländlich wohnen und nicht in Hipster-Gegenden verkehren..."

 

Du weißt, dass du Mutter bist, wenn du alle Gläser in die Tischmitte rückst. ALLE!

 

Zusammenfassend kann ich also festhalten, dass es den Eltern wichtig ist, das Lokal zu kennen und zu wissen, dass dort Kinder willkommen sind. Lange Wartezeiten sind für Familien schwierig, da die Kinder beschäftigt sein wollen, während der Hunger wächst.

Am besten holt man sich Restauranttipps von anderen Eltern oder befragt das Internet. Hier gibt es zahlreiche Vorschläge für familienfreundliche Lokale. Uns ist es zusätzlich noch wichtig, in einem Nichtraucherbereich zu sitzen. Am liebsten gehen wir essen, wenn gerade nicht so viel los ist.

Mit ein bisschen Vorbereitung sollte einem entspannten Restaurantbesuch also nichts im Wege stehen. Und notfalls könnt ihr euch das Essen ja doch noch einpacken lassen... berewink

 

Habt ihr Restauranttipps? Ich freue mich auf eure Kommentare hier oder bei Facebook!

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