Barfuß mit Schuhen

Schuhe. Ein leidiges Thema hier in unserem Haus.

Leider erfüllen weder die Tochter noch ich das Klischee, dass Frauen gerne Schuhe kaufen und auch tragen.

Für uns müssen Schuhe vor allem eines sein: Praktisch und bequem.

Natürlich sind Frauenbeine in High Heels hübscher als in Korkschlapfen. Aber ich überlasse die hohen Absätze lieber den Models, anstatt mir selbst damit die Beine zu brechen. Ich habe auch schon die Phase der Plateauschuhe in meiner Jugend erfolgreich ausgelassen und stattdessen Docs getragen. Ich kann schlicht und einfach nicht mit Schuhen gehen, die höhere Absätze haben als mein Daumen lang ist. Ich stakse darauf herum wie ein Storch mit Gipsbeinen und glaubt mir, das ist alles andere als sexy.

Früher...

In meiner Zeit als Bankangestellte waren die Absätze noch da. Denn Anzughosen sehen mit ganz flachen Schuhen nicht nur eigenartig aus, sondern werden mitunter auch zur Stolperfalle. Doch mit der Schwangerschaft war es damit vorbei. Gemütliche Schuhe waren angesagt - alles andere verschwand aus meinem Schuhschrank. Lediglich drei Paar Schuhe mit Absatz durften bleiben.

Außerdem waren mir die Schuhe fast alle ohnehin zu klein. Durch die Schwangerschaft hatte ich eine gute Schuhgröße mehr bekommen.

Zuhause laufen wir alle immer nur barfuß. Ich trage im Winter Socken, aber Tochter ist selbst bei kühlem Boden unten ohne. Die Schuhsuche für sie war von Anfang an schwierig. Sie konnte mit harten Sohlen überhaupt nicht laufen. Als sie klein war, trug sie auch draußen nur Lederpatschen. Die ersten beiden Winter hatte sie gefütterte Waldviertler Stieferl an. Doch diese wurden ihr dann zu breit und seitdem trägt sie ausschließlich Superfit. Jeder Versuch mit einer anderen Marke schlug fehl.

Was bei ihr noch dazu kommt: Sie mag keine Veränderungen und hasst Klettverschlüsse. Sie akzeptiert nur Schuhe, die denen, die sie schon hatte, sehr ähnlich sind. Jede Umstellung von Sommer auf Winter und umgekehrt ist ein wochenlanger Prozess.

Die Qual der - zu geringen - Wahl...

Je älter sie wird, desto geringer wird die Auswahl an Schuhen für sie. Es gibt fast keine Schuhe mehr ohne Klettverschluss. Doch das Geräusch, das ein Klettverschluss beim Öffnen macht, ist für sie unerträglich. Ich kann sie deshalb auch nur zum Schuhe kaufen mitnehmen, wenn gerade nichts los ist und bei Garderoben müssen wir immer die ersten oder die letzten sein, um dem Geräusch aus dem Weg zu gehen.

Durch ihre veränderte Körperwahrnehmung kommt es zudem auch häufiger zu Stürzen. Deshalb ist es mir wichtig, dass sie in Schuhen guten Halt und keine Druckstellen hat. Daher trägt sie auch im Sommer draußen feste Schuhe, wenn es aufgrund der Verletzungsgefahr durch Steine, Bienen oder anderes nicht barfuß geht. Mit Schlapfen oder Crocs kann sie nicht laufen und auch Sandalen haben wir heuer keine passenden gefunden.

Schuh-Recherche

Aus diesen vielen Gründen habe ich mich hingesetzt und nach einer Alternative gesucht. Ich habe viele Berichte gelesen, mir Forenbeiträge durchgelesen und stieß immer wieder auf Barfußschuhe. Mir ist neben vielen anderen Faktoren auch wichtig, wo kommen Sachen her, wie werden sie produziert, womit werden sie gefärbt, behandelt und so weiter.

Nach längerer Recherche blieb ich bei Wildlingen hängen. Mir gefällt die Form, das Konzept der Firma, die Transparenz der Herstellung und nicht zuletzt das Design.

Schon bald stand der Entschluss fest - wir probieren es mit Barfußschuhen! Um selbst mitreden zu können, bestellte ich mir auch ein Paar. Für meinen Mann gibt es leider derzeit keine Wildlinge, aber soviel ich gelesen habe sind große Größen bereits in Planung.

Zuerst haben wir uns das FitKit ausgedruckt. Sowohl meine Tochter als auch ich brauchten laut FitKit eine Nummer größer als wir hauptsächlich bisher trugen. Ich entschied mich für die Modelle Dachs (für mich) und Käfer (für die Tochter).

Schon nach kurzer Zeit kam ein gut verpackter Karton mit unseren Schuhen an. Ich war sehr gespannt auf das Tragegefühl. Auf den ersten Blick sahen sie einfach aus wie herkömmliche Schuhe. Doch sobald man sie in die Hand nimmt, erkennt man deutliche Unterschiede.

Gleich beim nächsten Spaziergang führte ich meine Dachse aus. Meine Tochter wollte jedoch lieber ihre gewohnten Schuhe anziehen. Später am Abend probierte sie sie von sich aus kurz an, stellte sie aber gleich danach wieder in den Schrank.
 

Sie ließ sich einmal überreden, die "Schuhe mit dem Fuchs" anzuprobieren und eine Stunde lang zu tragen. Und ich habe gesehen, dass sie damit sehr gut gelaufen ist. Sie vergaß sogar, dass sie Schuhe anhatte.

Leider scheiterten alle weiteren Versuche, ihr die Wildlinge anzuziehen. Ich weiß leider nicht woran es liegt - ob es die ungewohnte Form, Farbe oder die vielen zusätzlichen Reize sind, die die Füße durch die dünnen Sohlen wahrnehmen. Hätte es die Wildlinge schon vor fünf Jahren gegeben, bin ich mir sicher, sie würde nichts anderes tragen.

Das sind die Tücken, mit denen wir tagtäglich zu tun haben. Unzählige Kleidungsstücke habe ich in den letzten Jahren unnötig gekauft oder bestellt, welche dann ungetragen blieben. Eine Naht, ein zu enger Ärmel, ein kratziger Aufdruck oder ein zu harter Stoff - all das kann dazu führen, dass sie ein Kleidungsstück einfach nicht erträgt. Alle Etiketten müssen raus getrennt werden und es dürfen keine scheppernden Knöpfe angebracht sein, um nur einige Beispiele zu nennen.

Hinzu kommt noch die Umstellung des Wetters. Mir graut schon vor dem Herbst. Je mehr Gewand, desto schwieriger wird es... Im Frühjahr steht dann die nächste bevor. Sollten ihr die Wildlinge noch passen, versuchen wir es bestimmt nochmal damit, da ich überzeugt davon bin, dass sie damit noch besser laufen und klettern könnte.

Mamas Wildlinge

Aus meinem Schuhschrank sind die Wildlinge jedenfalls nicht mehr wegzudenken. Wir sind gerne und viel zu Fuß unterwegs und selbst wenn es sehr warm ist, tragen sich die Schuhe leicht und angenehm. Nach meinem ersten längeren Spaziergang auf Asphalt merkte ich, dass meine Fersen den harten Untergrund nicht gewohnt sind. Aber obwohl die Schuhe neu sind, hatte ich keine Druckstellen. Anfangs war der viele Platz bei den Zehen etwas ungewohnt, und jetzt kommen mir viele andere Schuhe eng und unbequem vor. Also habe ich meinen Schuhschrank gleich nochmal aussortiert - meinen Füßen zuliebe! beresmile

Ich bin noch nicht sicher, ob ich die Schuhe imprägnieren werde. Mit Chemie sicher nicht, wenn dann mit natürlichen Mitteln. Bis jetzt habe ich die Schuhe noch geschont. Die Feuchtigkeit des nassen Grases macht mir nichts aus. Aber im Regen waren sie noch nicht im Einsatz.

Es gibt übrigens auch wasserdichte Socken, das habe ich auf der Facebookseite der Wildling Fans erfahren, vielleicht wäre das eine mögliche Alternative. 

Jetzt bin ich gespannt auf die Herbst/Wintermodelle und hoffe auf eine möglichst milde und trockene kommende Jahreszeit! beresmile

Habt ihr schon über Barfußschuhe nachgedacht oder Erfahrungen damit? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

Ich habe von Wildling Shoes dankenswerterweise einen Rabatt für die Schuhe meiner Tochter bekommen. Dies beeinflusst aber keineswegs diesen Artikel und meine Meinung.

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